Alles in allem brichts uns das Herz, aber…

20 SchauspielerInnen, 8 Spielorte, unzählige HelferInnen, komplexe Logistik: All unser Kopfzerbrechen hat nur eins ergeben, nämlich dass Zusatzvorstellungen absolut unmöglich sind.

Und aus Gründen von Raumkapazitäten und Infrastruktur können wir auch nicht zusätzliche Plätze anbieten.

Einzige Chance: Rückmeldungen von unseren Helferinnen und Helfern zeigen, dass sie ihre Einsätze vergnüglich und bereichernd finden. Es hat noch freie Plätze hierfür. So könnte man Stück für Stück die Inszenierungsteile doch noch erleben. Interessiert? Mail an Susanne Slavicek: pfefferkorn.gmbh@gmx.ch.

Vielen Dank für das Verständnis. Peter Brunner, Gesamtleiter alles in allem 2019

Vorstellungen im Überblick

Startinfo

Da Start- und Endpunkt nicht identisch sind, ist die Anfahrt mit Fahrrad oder PW nicht zu empfehlen (Fahrradmitnahme ist ausgeschlossen). Wir empfehlen die An- und Abreise mit dem ÖV. Im Ticket ist die Zone 110 (Stadt Zürich) inbegriffen.

Ende: Kulturmarkt, Aemtlerstrasse 23, 22-22.30 Uhr

Transfer

Der Transfer zu den Aufführungsorten mit Bus ist Teil der Aufführung und im Preis inbegriffen. Kürzere Fusswege sind Teil der Aufführung.

Dem Publikum stehen an Orten ohne feste Bestuhlung mobile Klappsitze zur Verfügung, die durch die Veranstalter gestellt werden.

Einfache Speisen an festgelegten Orten sind im Preis enthalten. Als Ergänzung wird die Mitnahme eigener Verpflegung empfohlen. Getränke können unterwegs erworben werden.

Die Tour

Park Villa Patumbah | Heimatschutzzentrum in der Villa Patumbah | Gaswerk Schlieren mit The Belltree Tower und Gasi-Museum & Gasometer | Kaserne Zürich, Zeughaus 3 mit Waffensaal und Holzsaal | Polizeikaserne, ehemalige Militärkantine | Zehntenhaus Zürich-Affoltern | Kaverne Seewasserwerk Moos | Kulturmarkt

Zürich auf ungewöhnliche Art erleben

Die 12-Stunden-Tour bezieht das Material für ihre Leseinszenierung aus dem Epochenroman «Alles in Allem» von Kurt Guggenheim. Ihr Star ist die Stadt Zürich, die eigentlich mehr als 12 Stunden Aufmerksamkeit verdient. Unsere Theaterreise reicht aber aus, um am Zauber und der Wirkkraft der Stadt zu schnuppern und bietet die perfekte Gelegenheit, Zürich auf ungewöhnliche Art zu erleben und zu bestaunen und das Damals auf der Folie des Heute zu sehen. Alles in allem eine Einladung für ausgedehntes Zuschauen und Zuhören.

«Alles in Allem» von Kurt Guggenheim (1896-1983) erschien erstmals zwischen 1952 und 1955 in vier Bänden im Zürcher Artemis Verlag. Für den schweizerisch-jüdischen Schriftsteller bedeuten soziale Vielfalt und Integration einen immateriellen gesellschaftlichen Reichtum, insbesondere auch hinsichtlich der Geschichte des Judentums in der Stadt Zürich. Für ihn gehören Heimat und das Fremde symbiotisch zusammen, schaffen eine bereichernde Verbundenheit und soziale Dynamik. Guggenheims bildhafte Erzählweise eröffnet darüber hinaus kaleidoskopisch eine Vielzahl an Themen, indem er das Publikum über das Romanpersonal in die Vielfältigkeit verschiedener Zürcher Familien, Kulturen, Architekturen, Quartiere und Gesellschaften eintauchen lässt. Dabei evoziert Kurt Guggenheims Sprache Ambiente, Atmosphäre, Bilder, Gerüche, Spannung, Emotionen und Gefühle. Wer sich darauf einlässt, wird sich von der Handlung nicht mehr lösen können.

17 Schauspielerinnen und Schauspieler und 5 Regisseure und Regisseurinnen lassen einen Text lebendig werden, indem sie Buchsequenzen in eine Erzählrhythmik bringen, mit ihrer Präsenz das Romanpersonal beseelen und dieses in eine packende Mentalitätsgeschichte der Stadt Zürich einbetten. Guggenheims spezielle Empathie gilt der «Gemeinschaft der Käuze», den Aussenseitern und Nonkonformisten. Seine akzentuierten Porträts vermitteln Kolorit und überraschende Stadtansichten. Und das durchaus im übertragenen Sinne. Fantastische Blicke auf scheinbar Gewohntes führen zu Wahrnehmungsverschiebungen und Veränderung der Sehweise – zu einem Zürich, das einem in der Vertrautheit plötzlich neu entgegenkommt. Alles in allem findet eine einzigartige Verknüpfung von Realität, Theater und Literatur statt.

Ein Bus transportiert das Publikum an die verschiedenen Schauplätze, die einen direkten oder indirekten Zusammenhang mit dem Romanstoff besitzen und ihrer Einmaligkeit wegen einen unmittelbaren Reiz ausstrahlen. Die Reise durch Guggenheims Erzähllandschaft bietet durch die Weitung in den Stadtraum eine bewusste Überschreitung gängiger Theaternormen und wird in jeder Hinsicht zu einer Grenzerfahrung. Müdigkeit ist Programm, mattes Halbwachsein schafft zwischendurch traumwandlerische Sequenzen und damit erweiterte Formen von Lebendigkeit, Wahrnehmung und Denken. Das Miteinander-Unterwegs-Sein, zusammen Essen und Trinken, sich austauschen gehört zentral dazu, wie dazwischen eigene Freiräume für Kontemplation, Erholung und Stille.

alles in allem 2019 – Unterhaltsam. Einmalig. Unvergesslich.